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Viel zu tun? Stress? Warum dein Dauerlauf vor Weihnachten ins Leere führt.

Über Stress, Erwartungen und den Funktionsmodus, der dich im Dezember so erschöpft - und warum Vertrauen genau jetzt so schwer fällt.

Wenn de Liste länger wird und die Kraft schwindet


Illustration einer gestressten Person vor einer überlangen To-Do-Liste – Symbol für Überforderung und Weihnachtsstress.

Kennst du das Gefühl, ständig nachzulegen, weil die Welt um dich herum schneller zu werden scheint? Der Kalender ist überfüllt, die To‑Do‑Liste wächst schneller, als du streichen kannst, und innerlich hörst du eine Stimme, die sagt: „Ich muss das noch fertig machen.“ Gleichzeitig sehnst du dich nach einer Auszeit – nach einem Nachmittag voller Kekse und Weihnachtsfilme, einem Spaziergang ohne schlechtes Gewissen oder einfach einer Pause vom Funktionieren. Besonders wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, ist dieser Zwiespalt stark spürbar: Vieles soll noch „erledigt“ werden, obwohl der Körper nach Ruhe ruft.


In den letzten Wochen war ich im Dauerlauf: Noch schnell das nächste Seminar bewerben, Unterlagen fertigstellen, Mietverträge für das Seminarhaus 21 A aufsetzen, Werbeanzeigen schalten und nebenbei noch einen Social‑Media‑Kurs absolvieren und Beiträge vorbereiten. Jeder Haken auf der Liste schien zwei neue Aufgaben nach sich zu ziehen. Je mehr ich funktionierte, desto leerer fühlte ich mich. Und dann saß ich im Coworking von Mila (MIPA-Agentur) und habe meinen Gefühlen freien Lauf gelassen (Ok, ich habe mich fürchterlich aufgeregt) und mich gefragt: „Wofür mache ich das eigentlich? Warum tue ich mir das alles überhaupt an?


Hektische Figur im Dauerlauf – Darstellung von innerem Druck, Stress und hochdrehen vor Weihnachten.

Da wurde mir klar: Es ist nur ein Jahr, das zu Ende geht, nicht mein Leben. Und doch bin ich wieder in mein altes Muster gefallen – das ständige Tun, weil ich darin so geübt bin. Ich wollte aufholen, was ich im Frühjahr aufgrund meiner Meningitis und dem damit verbundenen Ausfall verpasst hatte.

Noch im Jahr 2025 alles geben, damit es sich vermeintlich „besser anfühlt“. Kund:innen generieren und gleichzeitig Mieter:innen für das Haus 21 A … Vertrauen in den Prozess? Das fühlt sich für mich noch ungewohnt an; mein innerer Schalter springt immer wieder von Loslassen zu Kontrolle und zurück.


Diese Erkenntnis hat mich auf die Frage gebracht, woher dieser innere Druck eigentlich kommt und warum wir uns so viele Erwartungen auferlegen.

 


Warum tragen wir so viele Erwartungen?

Wir alle haben sie – diese inneren Checklisten, die uns sagen, was wir noch alles leisten sollten. Doch woher kommen sie? Schon als Kinder lernen wir, dass Anerkennung oft vom Tun abhängt:

rschöpfte Person sitzt kraftlos am Boden – Zeichen für Weihnachtsstress, Überforderung und mentale Müdigkeit.

„Wenn du brav bist, bekommst du …“,

„Bring gute Noten nach Hause, dann freuen sich alle.“


Mit der Zeit verinnerlichen wir solche Botschaften und setzen sie in unterschiedlichen Rollen fort – als Kolleg:in, Elternteil oder Partner:in. Unsere Leistungsbereitschaft wird zu einem Maßstab dafür, ob wir „genug“ sind.


Hinter unseren Erwartungen stecken oft ganz menschliche Bedürfnisse:

  • Anerkennung: Wir möchten gesehen und geliebt werden. In vielen Familien war Leistung ein Weg, Zuneigung zu bekommen.

  • Sicherheit: Kontrolle und To Do Listen geben uns das Gefühl, den Überblick zu behalten, besonders in Momenten wo einfach viel zu tun ist. Stichwort: Vorweihnachtszeit.

  • Angst vor Ablehnung: Wenn wir viel tun, hoffen wir, nicht kritisiert oder verlassen zu werden. Dieses Muster stammt häufig aus frühen Erfahrungen, in denen wir für Fehler beschämt wurden.

  • Leere oder Langeweile vermeiden: Viele Menschen füllen ihre Tage mit Terminen und Aufgaben, um nicht innehalten zu müssen. Hinter dem Aktionismus steckt oft die Furcht vor innerer Leere oder vor Gefühlen, die beim Zur Ruhe Kommen spürbar werden würden. Durch ständige Beschäftigung muss man sich nicht damit auseinandersetzen.

  • Aufopferung: Viele von uns haben gelernt, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, um für andere da zu sein. Dahinter steckt oft der Wunsch, gebraucht zu werden oder sich Liebe und Zugehörigkeit zu verdienen – und die Angst, egoistisch zu wirken, wenn wir „Nein“ sagen. Diese Haltung führt leicht dazu, dass wir uns überfordern und den Kontakt zu unseren eigenen Grenzen verlieren.

 

Wenn du also das Gefühl hast, dein Leben bestehe aus Terminen und Erledigungen, liegt das nicht an dir – es ist die logische Folge eines Systems, das Handeln höher bewertet als Sein. Erwartungen können uns motivieren, aber sie werden zur Last, wenn sie unbewusst bleiben.

 


Verletzte Bedürfnisse, echte Gefühle: Warum uns unerfüllte Erwartungen enttäuschen und stressen

Wenn unsere Bedürfnisse im Hintergrund mitlaufen, entsteht Enttäuschung genau dort, wo wir innerlich etwas erwartet haben – und es nicht passiert. Und das schmerzt!

Das passiert oft viel subtiler, als wir glauben. Vielleicht hast du das schon erlebt:

  • Du gibst alles, und niemand bedankt sich.

  • Du planst jede Kleinigkeit, doch die Unsicherheit bleibt.

  • Du stellst dich hinten an, um für andere da zu sein, und bleibst selbst auf der Strecke.

  • Du lenkst dich ständig ab, um die Leere nicht spüren zu müssen, aber plötzlich wird es still.


Erschöpfte Person sitzt kraftlos auf einem Stuhl – Symbol für Überforderung und Stress in der Vorweihnachtszeit. Erwartungen können nicht erfüllt werden.

Diese Situationen zeigen, wie eng unsere Erwartungen und Bedürfnisse verbunden sind. Menschen, die viel für andere tun, erwarten oft unbewusst, dass ihre Anstrengungen gesehen und anerkannt werden; bleibt diese Anerkennung aus, fühlen sie sich enttäuscht oder sogar wütend. Gleichzeitig projizieren wir Erwartungen auf andere, obwohl diese gar nicht wissen, was wir brauchen (und wir ja oftmals selbst nicht).


Und jetzt kommt noch die Kirsche auf der Sahnetorte, was es noch spannender macht: Na klar, auch an uns selbst haben wir diese Erwartungen!

  • Die Wohnung ist nicht so aufgeräumt wie geplant und du fühlst dich gleich unzulänglich.

  • Der Umsatz fällt niedriger aus und schon zweifelst du an deiner Selbstständigkeit.

  • Du wolltest jeden Tag laufen gehen, doch eine Erkältung macht dir einen Strich durch die Rechnung.

Illustration zu Erwartungen an Weihnachten: Eine Figur zeigt auf jemanden (symbolisch hier auf sich selbst der Innere Kritiker), die sich klein und verunsichert fühlt.

Schnell meldet sich der innere Kritiker„Du hast versagt.“ 


Häufig begegnen wir dieser Lücke mit noch mehr Kontrolle: länger arbeiten, Projekte im Alleingang stemmen, keine Pause zulassen. Doch je stärker wir den Druck erhöhen, desto größer wird das Gefühl der inneren Leere.


👉 Bevor du weiterliest, halte kurz inne und frage dich: Ist wirklich jede Aufgabe auf deiner To‑Do‑Liste genau jetzt notwendig? Oder flüstert dir eine innere Stimme ständig zu, dass du „musst“? Spür einmal hinein, welche Erwartungen von dir selbst kommen und wo du das Gefühl hast, anderen etwas beweisen zu müssen. Wenn du ganz mutig bist, spür mal noch ein wenig tiefer und schau was für ein Bedürfnis da mitschwingt?

Oft genügt dieses Innehalten, um die Härte aus deinem inneren Monolog (Selbstangriff) zu nehmen und die Liste zu sortieren, aber vor allem den Druck loszulassen.

 


Person in einer schützenden Blase – Symbol für Selbstschutz, in diesem Fall die Kontrolle aufgrund des Stresses zu Weihnachten.

Kontrolle als Schutzschild – und wie Vertrauen entsteht

Kontrolle verleiht uns ein Gefühl von Macht über das Leben, zumindest scheinbar. Denn Kontrolle bedeutet, den Ausgang einer Situation vorhersehen oder beeinflussen zu wollen – aus dem Wunsch heraus sich sicher zu fühlen.

Da muss ich schmunzeln: Unser Ego glaubt tatsächlich ALLES beeinflussen zu können.

Vertrauen heißt nicht, den ganzen Tag auf dem Sofa zu liegen und darauf zu hoffen, dass die Welt sich von alleine ordnet. Es bedeutet, die Kontrolle dort loszulassen, wo sie uns nicht guttut und langfristig krank machen kann. Das kann klein beginnen und fühlt sich anfangs ungewohnt an.


Indem du dir und dem Leben mehr vertraust, wächst auch die Zuversicht, dass die Welt nicht zusammenbricht, nur weil du kurz innehältst. Rollen und Perfektionsansprüche dürfen weicher werden. Es ist in Ordnung, nicht jede Erwartung zu erfüllen und manche Illusionen – wie die von der „perfekten Mutter“ oder dem „unermüdlichen Selbstständigen“ – loszulassen.


👉 Vielleicht kannst du heute eine kleine Aufgabe, die du sonst perfekt erledigen würdest, einfach „gut genug“ machen. Beobachte, was dabei in dir vorgeht. Spürst du Widerstand, Freude, Erleichterung? So wächst Vertrauen, wenn du dir selbst die Erlaubnis gibst.

 


Warum uns Pausen guttun

Pausen sind keine Belohnung am Ende der To-do-Liste. Sie sind die Basis, auf der du deine Energie aufbaust.Viele von uns glauben, dass wir uns erst dann eine Auszeit gönnen dürfen, wenn alles erledigt ist – oder wenn ein bestimmtes Ziel erreicht ist. Und dann passiert’s: Der Urlaub beginnt und zack, man liegt krank im Bett oder muss den geplanten Ausflug absagen. (Die Weihnachtsfeiertage kommen bestimmt...)

Ist dir das auch schon einmal passiert? Tja… das war dann einfach zu viel.


Entspannte Person in einem gemütlichen Stuhl – Darstellung von Klarheit, Ruhe und weniger Stress in der Vorweihnachtszeit. Pausen sind wichtig.

Lass es nicht so weit kommen. Wenn dein Körper erschöpft ist, wird es schwerer, klar zu denken, Entscheidungen zu treffen und kreative Lösungen zu finden. Kurze Unterbrechungen – ein paar tiefe Atemzüge, ein Glas Wasser, ein Blick aus dem Fenster – signalisieren deinem Nervensystem: Es ist gerade sicher, kurz loszulassen.


Eine Pause einzulegen, soll allerdings kein weiteres To Do auf deiner Liste werden. Echte Erholung entsteht erst, wenn du dem Bedürfnis nach Ruhe Vertrauen schenkst. Und das beginnt indem du es einfach einmal wahrnimmst und nicht wegdrückst oder es mit Aktivitäten kompensierst. Es geht um einen liebevollen Umgang mit deiner Energie.

Auch wenn die To‑Do‑Liste noch voll ist: Deine Kraft ist die Ressource, die sie abarbeitet – nicht umgekehrt!

 


Warum fällt uns Vertrauen so schwer?

Vielleicht fragst du dich jetzt: „Warum schaffe ich es trotz all dieser Erkenntnisse nicht, einfach loszulassen?“ Vertrauen hat oft viel tiefere Wurzeln als der aktuelle Stress. Gefühle sind in diesem Prozess keine Gegner, sondern Wegweiser. (mehr Details dazu findest du in mein Blog Was sind Gefühle?)

Angst, Schuld, Wut oder Traurigkeit wollen nicht „gelöst“ werden – sie zeigen dir, wo du gerade stehst. Indem du anerkennst: „Ja, genau hier bin ich gerade“, öffnet sich Raum für den nächsten Schritt. In meinem Fall das Aussprechen bzw. Dampfablassen beim Coworking.


Person hält eine Lupe – Symbol für Selbstreflexion, innere Muster und Erwartungen rund um Weihnachten.

Unsere Muster wiederholen sich, weil wir häufig aus starken Emotionen heraus reagieren. Wenn Wut, Angst oder Schuld – und damit das verletzte Kind in uns – das Steuer übernimmt, rutschen wir in alte Muster und das oft ohne es zu merken. Alte Prägungen zeigen sich nämlich in so viel mehr, als wir glauben.

Zum Beispiel:

Wenn du im Streit sofort dichtmachst, weil Nähe sich plötzlich zu viel anfühlt.

Wenn du dich verteidigst, obwohl du eigentlich verletzt bist.

Wenn du Angst hast, verlassen zu werden – und deshalb lieber zuerst auf Abstand gehst.


In diesen kleinen, unscheinbaren Momenten wird klar: Unsere heutigen Konflikte oder der Stress haben Wurzeln, die viel tiefer reichen als die aktuelle Situation.

Und plötzlich wird verständlich, warum es so schwerfällt, offen zu bleiben.

Warum du manchmal noch mehr tust, obwohl du eine Pause möchtest.

Oder warum du dich zurückziehst, obwohl ein Teil von dir sich Nähe wünscht.

Das hat selten etwas mit „jetzt“ zu tun. Es sind unsere Urteile, Erfahrungen und Prägungen, die in uns weiterlaufen – bis wir sie bewusst ansehen.


Hinter all dem steht ein tiefes Bedürfnis nach Verbindung. Vertrauen verbindet uns wieder mit uns selbst, mit unserem Ursprung und mit etwas Größerem. Und am wichtigsten: Du hast ein Recht auf deine Gefühle. Du musst nichts leisten oder „richtig“ machen. Du darfst einfach du sein – spüren, erkennen, loslassen und dich neu ausrichten. Und genau dann öffnet sich ein neuer Blickwinkel, der dir zeigt: Ich darf das heute anders sehen als damals…

Zwei Personen halten passende Puzzleteile – Symbol für Erwartungen, Anpassung und Rollen rund um Weihnachten. VERBINDUNG ist der Schlüssel Vertrauen!


Loslassen, was nur scheinbar wichtig ist

Nicht jede Aufgabe, die dringend wirkt, ist auch wichtig. Manchmal halten wir an Gewohnheiten fest, weil sie zu unserem Selbstbild gehören:

„Ich muss immer erreichbar sein“,

„Das Haus muss vor dem Fest glänzen“,

„Nur wenn ich alles gebe, werde ich gesehen.“ 

Diese Rollen mögen sicher wirken, doch sie engen ein. Hast du das Gefühl, dass das andere von dir „erwarten“ oder machst du dir den Druck manchmal einfach selbst?


Loslassen ist ein Prozess. Er beginnt damit, dass du bemerkst, wann das Gefühl des Müssens auftaucht. Atme einmal durch und erinnere dich: Du bist nicht deine To‑Do‑Liste. Vertrauen wächst, wenn du dir deine alten Prägungen, Muster und Urteile liebevoll genauer ansiehst. Und wenn du dann erlebst, dass nichts Schlimmes passiert, wenn du einmal weniger tust.

Person trägt einen Weihnachtsbaum – Darstellung wie schön Weihnachten ohne Stress und Druck sein kann.

Und was passiert, wenn ich mich wirklich auf das Vertrauen einlasse? Schon nach ein paar Tagen merkte ich, wie der innere Druck nachgelassen hat. Ich fand heraus, dass mein Bedürfnis nach Sicherheit meinen Tun-Modus wieder aktivierte und durch diese Erkenntnis konnte ich mich um das Kernthema Sicherheit kümmern. Die To‑Do‑Liste ist noch da, aber sie bestimmt mich nicht mehr. Ich schlafe besser, fühle mich leichter und bekomme plötzlich ganz neue Ideen, statt im „Abarbeiten“ festzustecken. Zusätzlich merke ich auch, dass mein Urteil nach Außen kleiner geworden ist. Leichtigkeit, Humor und Spaß sind wieder da. Weihnachten ohne Stress - ja es ist möglich!

Und das Beste: Ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich mir die Zeit nehme, kitschige Weihnachtsfilme zu schauen.



Fazit: Vom Kontrollmodus und Stress vor Weihnachten zum Vertrauen

„Stress vs. Vertrauen“ ist kein Kampf, den du gewinnen musst, sondern ein Gleichgewicht, das du immer wieder neu findest. Es braucht Mut, Erwartungen zu hinterfragen, den inneren Kritiker zu entkräften und Pausen einzulegen, obwohl der Druck groß ist. Doch genau in diesen Momenten lernst du, dass dein Wert nicht von deiner Produktivität abhängt.


♥️ Nimm dir einen Moment – es sieht auch keiner – und setz dich gemütlich hin.

Atme tief durch, spüre den Boden unter deinen Füßen und stell dir vor, wie über deine Fußsohlen Wurzeln in die Erde wachsen und sich über dir das Universum – der Himmel öffnet.

Verbinde dich mit deinem höeren Selbst und der Kraft, die dich trägt.

In diesem Bewusstsein kannst du alles, was du nicht mehr brauchst, nach oben abgeben – wie Wolken, die weiterziehen dürfen. Bitte das Leben oder den Himmel, behutsam für das zu sorgen, was gehen darf.


Und erinnere dich: Unterstützung ist jederzeit da, wenn du sie brauchst.

Du darfst ANNEHMEN & EMPFANGEN.


 

Alles Liebe, Anita



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